Frau im Home Office - © monkeybusinessimages/iStockphoto

Selbständigkeit: Darauf muss man achten

Expertise reicht nicht

Es ist täglich Brot für Angestellte auf der ganzen Welt: Der Chef ist anstrengend und geht nicht auf die eigenen Ideen ein, im Unternehmen ist kein Platz für Innovation und das Gehalt entspricht auch nicht den Vorstellungen. Der Weg in die Selbständigkeit gilt vielen als gute Alternative zum klassischen Angestellten-Dasein. Doch wer vom schnellen Geld bei flexiblen Arbeitszeiten träumt, täuscht sich im Regelfall schwer. Wir verraten, welche drei Fragen man sich vor dem Gang in die Selbständigkeit auf jeden Fall stellen muss.

Frage 1: Bin ich fachlich für die Selbständigkeit gewappnet?

Selbständigkeit mag für viele auf den ersten Blick ein Wunschtraum sein, die Kernüberlegungen im Vorfeld müssen trotzdem analytisch und schonungslos vonstattengehen. Insbesondere muss man sich klar werden, ob man auf fachlicher Ebene alles mitbringt, um als Selbständiger erfolgreich sein zu können. Neben der richtigen Idee für das Business stehen dabei vor allem die eigenen Kernkompetenzen im Mittelpunkt: Welche Fähigkeiten bringe ich für die Verwirklichung meiner Geschäftsidee mit? Reichen diese aus, um damit erfolgreich zu sein? In welchen Bereichen muss ich mich noch weiterentwickeln, wo vielleicht sogar externes Wissen dazu holen? Nur, wer sich diese Fragen offen und ehrlich stellt und die daraus hervorgehenden Antworten berücksichtigt, kann langfristig als Selbständiger erfolgreich sein.

Frage 2: Kann ich mit Geld umgehen? 

Als ausgewiesener Fachmann mit der richtigen Idee ist der Erfolg als Selbständiger gewissermaßen ein Selbstläufer. Das ist eine ebenso übliche wie fatale Fehleinschätzung. Das perfekte Beispiel für das Gegenteil ist schnell gefunden: Ein ausgezeichneter Koch ist noch lange kein ausgezeichneter Gastronom. So verhält es sich in nahezu allen Branchen: Es gehört mehr dazu als die reine Fachkenntnis, um als Selbständiger erfolgreich zu sein. Wer in die Selbständigkeit gehen will, darf dementsprechend einen enorm wichtigen Aspekt seiner Arbeit nicht außer Acht lassen: Die Finanzen. Einnahmen, Ausgaben, Steuern: Je klarer die Struktur im eigenen Business ist, umso leichter lassen sich ein schleppender Start oder mehrmonatige Flauten verkraften. Wem diese Expertise im Umgang mit Geld fehlt, sollte sich auf jeden Fall professionelle Beratung leisten – oder gleich einen Finanzexperten mit ins Business holen.

Frage 3: Nehme ich den Aufwand in Kauf?  

Die Selbständigkeit ist in den meisten Fällen das Gegenteil einer klassischen Angestellten-Tätigkeit. Die Arbeitszeiten sind zwar flexibler, aber dafür in der Summe auch deutlich länger. Der Kundendruck in Form von Deadlines ist höher, vor allem in der Anfangszeit steht man als Selbständiger extrem unter Zugzwang. Und man kann sich nur auf sich selbst verlassen. Um eine abgenutzte Phrase zu verwenden: Als Selbständiger arbeitet man in erster Linie selbst und ständig. Unabhängig von den Vorteilen der Selbständigkeit muss sich jeder vor Augen führen, ob er den immensen Aufwand eines eigenen Business – mit hohem Zeitaufwand und wenigen Sicherheiten – wirklich in Kauf nehmen möchte.

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