Gin aus Deutschland liegt im Trend - © Sünner, The Duke, Gansloser, Black Forest Distillers, Preussische Spirituosen Manufaktur

Trend: Deutscher Gin

Urbritisch goes German

Gin gilt zwar als urbritisch, erfreut sich aber hierzulande immer größerer Beliebtheit. In Deutschland gibt es bereits eine Handvoll Brenner, die alte Marken wiederbeleben oder neue Sorten des Wacholderschnaps auf den Markt bringen.

Sünner Dry Gin No. 260

So hat zum Beispiel die Sünner Brennerei aus Köln ihr Produkt Sünner Dry Gin No. 260 völlig neu kreiert. Der Clou: Ein bestehendes Gin-Rezept wurde überarbeitet, die Verpackung geändert. "Wir haben kein modisches Experiment gewagt, sondern produzieren sehr konservativ und bodenständig mit außerordentlich hoher Qualität", erzählt Vertriebsleiter Christian Hagl. Das Geheimnis: Der dritte Brennvorgang wird mit frischen Wacholderbeeren durchgeführt. Beim Mazerieren der Wacholderbeeren werden Lavendel, Zitronenschalen und Bitterorangenschalen zugefügt. Dadurch entsteht ein sehr feiner und eleganter Duft mit einer leichten Zitrusnote.

Black Gin

Relativ neu auf dem Markt ist auch der Gansloser Black Gin von Holger-Johann-Georg Frey, Inhaber der Gansloser Destillerie J.G. Frey in Bad Ditzenbach. "Unser Black Gin 2011 enthält insgesamt 74 verschiedene Zutaten, darunter Wachholderbeeren, Zitronenzesten, Orangenzesten, Ingwerwurzeln, Koriander und Lorbeeren", erklärt Frey und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: "Der Rest bleibt allerdings unser Geheimrezept." Nur so viel sei verraten: Der Gansloser Black Gin 2011 vereint gekonnt Süßes und beinahe Cremiges mit Herbem und Erfrischendem. Die Auflage ist streng limitiert, da der Black Gin nur dreimal im Jahr destilliert wird: im April der Klassische Black Gin, im August der Black Gin Distillers Cut 60% und im September der Black Gin Edition 1905.

Monkey 47

Monkey 47 heißt der Gin von Christoph Keller und Alexander Stein von den Black Forest Distillers, der auf alter Schwarzwälder Rezeptur beruht. Das Wasser stammt aus der eigenen Schwarzwaldquelle, sämtliche 47 pflanzliche Zutaten sind natürlichen Ursprungs und handverlesen. Neben den typischen Gin-Gewürzen wie Wachholder und Lavendel kommen auch Beeren und Kräuter aus dem Schwarzwald wie Akazienblüten, Eisenkraut und Fichtensprossen sowie exotische Gewürze aus dem ostasiatischen Raum zum Einsatz, darunter Muskat, Ingwer und Süßholz. Zusätzlich soll eine "Schwarzwälder Geheimwaffe" den Unterschied zum konventionellen Gin ausmachen.

The Duke

Auch die Hauptstadt des Biers hat ihre eigene Gin-Brennerei: In München produzieren Maximilian Schauerte und Daniel Schönecker The Duke – Munich Dry Gin, der es bereits in die gehobene Gastronomie geschafft hat. Hergestellt wird der "The Duke" nach dem klassischen Verfahren englischen Ursprungs. Die ausgesuchten Kräuter und Gewürze werden mit hochprozentigem Alkohol angesetzt und anschließend aromaschonend destilliert. Vor der Abfüllung erfolgt eine sorgfältige Filtration, die Reinheit und Klarheit garantiert. "Beim Geschmack haben wir uns auf die Wurzeln des Gins besonnen, auf das Wacholderaroma", erzählen Schauerte und Schönecker. Neben dem Wacholder bestimmen Aromen wie Lavendelblüten, Kubebenpfeffer, Zimtrinde, Koriander, Orangenblüten, Ingwerwurzel und frische Zitronenschalen das Aroma. Der Gin ist zudem biozertifiziert.

Adler Berlin Dry Gin

Ein weiteres Highlight für Gin-Fans ist die Rezeptur des Adler Berlin Dry Gin. Das Hauptaugenmerk liegt den Herstellern zufolge darauf, "den sensorischen Gesamteindruck von der Wachholderbeere bestimmen zu lassen". Als Alkoholgrundlage wird ein hoch rektifiziertes und sechs Monate abgelagertes Weizenfeindestillat verwendet. Die Gewürzmischung aus Lavendelblüte, Meisterwurzel, Ingwer, Koriander, Angelikasamen, Baldrianwurzel, Orangenblüte, Zitronenschale, Hopfendolde, Alantwurzel, Piment, Bisamkörner und Bertramwurzel trägt dieses Wachholderbeeraroma und verleiht ihm große Nachhaltigkeit. Die zweistufige Destillation erfolgt in einer Vakuumdestillationsapparatur der Gebr. Daniel & Kluge aus Berlin Reinickendorf aus dem Jahre 1952. Bei Temperaturen weit unter 60°C werden die Aromakomponenten erhalten. Abschließend erfolgt eine fünf- bis achtmonatige Lagerung in über 100 Jahre alten Steingutgefäßen.

Manuela Gotthartsleitner-Wagner

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