Ein Bergsteiger am Gipfel - © Netzer Johannes/Fotolia.com

Ratgeber: Bergtouren im Spätherbst

Leere Berge, viel Ruhe

Für viele Bergsportler endet die Sommersaison im Spätsommer oder den ersten Herbstwochen. Sinkende Temperaturen und wechselhaftes Wetter halten viele aus den Bergen fern, gleichzeitig läutet manch einer lieber die Skisaison auf den Gletschern ein. Dabei sind selbst im Spätherbst noch Bergtouren möglich, die mit wenigen Menschen und viel Ruhe zu einem echten Erlebnis werden können. Einige wichtige Punkte müssen jedoch beachtet werden, wenn es im November auf den Berg gehen soll.

Richtige Ausrüstung: Schwere Bergschuhe, wetterfeste Kleidung

Spätherbst, das bedeutet: Kürzere Tage, vorrangig geschlossene Berghütten und kälteres, wechselhaftes Wetter mit Schneegefahr. Für eine entspannte und vor allem sichere Bergtour müssen dementsprechend einige Anpassungen vorgenommen werden.

An oberster Stelle steht die Ausrüstung: Während gutes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung im Sommer zwar sinnvoll, aber außerhalb der hochalpinen Gebiete zumeist nicht zwingend notwendig sind, ergibt sich im Herbst ein anderes Bild. Schwere Bergschuhe mit sehr gutem Profil sind aufgrund nasser oder schneebedeckter Wanderwege ein Muss, dicke Kleidung sollte auch bei einem guten und scheinbar stabilen Ausgangswetter immer im Gepäck dabei sein. Hinzu kommen Stirnlampen, um bei Verzögerung auch nach dem frühen Einbruch Dunkelheit sicher ins Tal kommen zu können.

Richtige Planung: Früher Start, sichere Touren

Da das Wetter spätestens ab Oktober selbst von erfahrenen Bergsteigern kaum mehr einzuschätzen ist, ist neben der richtigen Ausrüstung ein weiterer Aspekt enorm wichtig: Die Planung. 

Hochalpines Gebiet sollte für Bergsteiger genauso tabu sein wie lange Touren, die weit in den Nachmittag hinein gehen. Auf der sicheren Seite sind die, die das stabile Wetter von Sonnenaufgang bis in die Vormittagsstunden nutzen und rechtzeitig zur Einkehr in einer geöffneten Berghütte sind, um am Mittag wieder im Tal zu sein.

Dementsprechend sollte die Bergtour einen maximal dreistündigen Aufstieg, also etwa 1000 Höhenmeter, vorsehen. Als Faustregel gilt: Pro Stunde sind 400 Höhenmeter ohne extreme Bergfitness zu bewältigen – mit ein wenig "Herbstpuffer" sind 1000 Höhenmeter in drei Stunden realistisch.

Leere Berge im Herbstpanorama

Wer diese Ratschläge beherzigt und in puncto Ausrüstung sowie Planung keine Kompromisse eingeht, kann auch im Spätherbst problemlos Bergsteigen – und die Gipfel der Mittelgebirge und des Voralpenlandes zu ihrer wohl schönsten Zeit erkunden: Ohne den Andrang der Hochsaison und im unverwechselbaren, bunten Herbstpanorama. Da kann die Skisaison ruhig noch eine Weile auf sich warten lassen.

Johannes Kallenbach

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